Soziales und Gesundheit

Eine gute Gesundheitsversorgung für alle Altersgruppen ist für mich ein wichtiges politisches Ziel. Die Gesundheitsversorgung muss stetig Verbesser werden, weshalb ich viele Ideen und Anregungen aus Verden in meinem roten Rucksack mit in den Niedersächsischen Landtag genommen habe.

 

Leben in den eigenen vier Wänden (02.12.2020):

Damit ältere Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können, wenn sie das möchten, setzen der Landkreis Verden und auch das Land auf präventive Hausbesuche: Noch bevor konkrete Hilfebedarfe bei einer älteren Person bekannt werden, kann sie dann Tipps und Tricks z. B. zum altersgerechten Umbau der Wohnung oder zu Ansprechpartnern, die bei Problemen weiterhelfen, „frei Haus geliefert“ bekommen. Zurück geht das Kreisverdener Projekt auf eine Initiative des Runden Tisches für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung im Kreis Verden, den ich 2018 ins Leben gerufen habe und der eine Bedarfsanalyse angeregt hatte: Welche Angebote werden hier in der Region gebraucht, um die Gesundheitskompetenz von Bürgerinnen und Bürgern weiter zu stärken?Die präventiven Hausbesuche waren eines der Projekte, für die bei uns Bedarf besteht. Umgesetzt wurde die Bedarfsanalyse von Studentinnen der Leibniz-Fachhochschule Hannover unter Leitung von Frau Prof. Bork gemeinsam mit der AOK Niedersachsen und dem Kreis Verden.

Runder Tisch zur Zukunft der Gesundheitsversorgung (08.01.2018):

Was ist zu tun, wenn in den nächsten Jahren immer mehr Hausärzte in den Ruhestand gehen? Wie kann die hausärztliche Versorgung in Dörverden gesichert werden, wo Ende Januar die Gemeinschaftspraxis Gente nach über 30 Jahren ihre Praxis schließt? Die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth erkundigte sich bei ihrem Antrittsgespräch mit dem Verdener Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachen (KVN) Michael Schmitz nach den aktuellen Aktivitäten der KVN und diskutierte mögliche Zukunftsstrategien. Die KVN hat den gesetzlichen Auftrag die vertragsärztliche Versorgung sicherzustellen.

„Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit“, sagte Michael Schmitz. „Auch in anderen Gemeinden des Landkreises kann es in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen, weil viele Ärzte in den Ruhestand gehen.“ Am Standort Dörverden suche die KVN seit Monaten mit Hochdruck nach Nachfolgern für die zwei kurzfristig frei werdenden Hausarztsitze. Derzeit befinde sich die KVN in Gesprächen mit interessierten Ärzten. „Wir hoffen, in Dörverden die Versorgung erhalten zu können.“ In trockenen Tüchern sind die Verhandlungen noch nicht. Hilfreich seien jedoch die guten vorhandenen Räumlichkeiten am Standort der Praxis Gorski und Rehnert und die Niederlassungszuschüsse in Höhe von 50.000 Euro, die bisher für zwei Arztsitze ausgelobt sind, erläutert Schmitz. Und Dörte Liebetruth macht deutlich: „Über Parteigrenzen hinweg sind wir uns im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreistags einig, dass alle vier bestehenden Hausarztsitze am Standort Dörverden erhalten werden müssen.“ Deswegen regt Liebetruth an, die Niederlassungszuschüsse vorausschauend statt für zwei gleich für alle vier Hausarztsitze zu vergeben. „Das wäre ein starkes Signal, um neue Ärzte für unsere Region zu gewinnen“, so Liebetruth. KVN-Geschäftsführer Schmitz ist dafür offen: „Wenn weitere Zuschüsse für den Erhalt der vier Hausarztsitze am Standort Dörverden notwendig sind, so machen wir das.“

Auch über Ansätze, wie mittel- und langfristig junge Ärztinnen und Ärzte in den Landkreis Verden gelockt werden können, tauschten sich Liebetruth und Schmitz aus. Liebetruth berichtete über den Erfolg des Konzepts „Landpartie“, wie es zum Beispiel in Zeven/Bremervörde umgesetzt wird. Hier werden in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover Medizinstudenten für Praktika in ländliche Lehrpraxen eingeladen, um ihnen „Lust aufs Land“ zu machen. Schmitz erläuterte Möglichkeiten für Stipendien, wie sie zum Beispiel der Landkreis Diepholz für Medizinstudenten anbietet. „Auch regionales Marketing, wie die Initiative ‚Ärztlich Willkommen‘ kann helfen, unseren Standort attraktiver zu machen“, sagt Schmitz.

Dörte Liebetruth, die auch Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Kreistags ist, schlug einen Runden Tisch mit Akteuren aus der kommunalen Gesundheitsversorgung vor: „Wir brauchen eine gemeinsame Strategie für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung. Die sollte am besten von allen Beteiligten gemeinsam entwickelt werden, um den Landkreis Verden für Ärzte und Pflegefachkräfte in Zukunft noch attraktiver zu machen.“ Während die KVN für die vertragsärztliche Versorgung verantwortlich sei, sichere der Landkreis die Krankenhausversorgung, den Rettungsdienst und die notärztliche Versorgung. Schmitz unterstützt den Vorschlag des Runden Tisches: „Ich freue mich, wenn wir auf Kreisebene in den Dialog kommen, um gemeinsam die Gesundheitsversorgung in unserer Region zu sichern.“