Was viele Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler im Landkreis Verden verbindet ist der Wunsch nach bester Bildung: Die Stärken jedes Kindes sollen individuell gefordert und gefördert werden - am liebsten wohnortnah. Gleichzeitig brauchen unsere Gemeinden und Städte gut (aus-)gebildete Bürgerinnen und Bürger.

Doch in welche Richtung sollten wir alle gemeinsam das Bildungsangebot in den Gemeinden und Städte unseres Landkreises weiterentwickeln in Zeiten sinkender Geburtenzahlen? Wie lässt sich die erfolgreiche Bildungsarbeit in allen Kommunen des Landkreises zukunftsweisend fortsetzen? Diesen Fragen haben sich in den vergangenen Monaten der Kreisverband und die Kreistagsfraktion der SPD gestellt und unter meiner Federführung ein Bildungsleitbild für den Landkreis Verden entwickelt. Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus allen Städten und Gemeinden hatten Zeit, ihre Ideen einzubringen und zu diskutieren, bevor ein Kreisparteitag zur Bildungspolitik das Papier mit großer Mehrheit in Oyten beschloss.

Ein grundlegender Gedanke dieses sozialdemokratischen Leitbilds ist:
Unsere Bildungsangebote im Landkreis Verden können am erfolgversprechendsten dann weiterentwickelt werden, wenn alle gemeinsam – Eltern, Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte, die Leitungen der Bildungseinrichtungen und die Politik – mitmachen. Das SPD-Bildungsleitbild (siehe http://www.spd-kreis-verden.de/wir/bildungsleitbild-2014/ ) ist ein Aufschlag, der Orientierung bieten kann in der gemeinsamen parteiübergreifenden Diskussion zur Schulentwicklung. Unsere Region kann es sich einfach nicht leisten, Talente
verkümmern zu lassen! Wir sind uns einig: Auf Wohnortnähe, Inklusion, Vielfalt sowie individuelles Fördern und Fordern kommt es an.

Das Bildungsleitbild stellt es klar: „Im Sinne einer gerechten Gesellschaft und angesichts des Fachkräftemangels muss die Entwicklung der Persönlichkeit des einzelnen Menschen für uns im Vordergrund stehen. Gleichzeitig sind differenzierte inklusive Schulangebote angesichts sinkender Schülerzahlen vor Ort eine Chance, die Existenz der Schulzentren in den Gemeinden abzusichern. Schulstandorte mit einem differenzierten Bildungsangebot sind wichtige Infrastruktureinrichtungen. Sie beeinflussen die Ansiedlung von Familien mit Kindern und sind ein maßgebliches Kriterium für die Wohnqualität in einer Gemeinde. (…) Aufgrund der positiven Erfahrungen aus den letzten Jahren werden immer mehr integrative Schulen eingerichtet. Die SPD begrüßt diese Entwicklung, da die Sozialkompetenz der Schülerschaft wesentlich intensiver gefördert wird.“

Als konkrete Möglichkeit für die Weiterentwicklung der Kreisverdener Schulen nennt unser Leitbild z. B. gymnasiale Angebote in den Mittelstufen aller Gemeinden im Rahmen von Gesamtschullösungen. Auch eine Südkreis-Gesamtschule mit den Standorten Dörverden, Langwedel und Kirchlinteln, wo jeweils die Klassen 5-10 unterrichtet werden, wird erwogen. Außerdem spricht sich das Konzept für eine Oberstufe der IGS Oyten aus; die
Zusammenarbeit mit Ottersberg und Achim streben wir an. Die Bildungsexperten der SPD- Landtagsfraktion Stefan Politze und Uwe Santjer lobten beim Parteitag die Initiative der Kreisverdener SPD zum Bildungsleitbild als beispielhaft. Beide machten auf Chancen aufmerksam, die der aktuelle Entwurf des künftigen Niedersächsischen Schulgesetzes bietet.
Es würde mich freuen, wenn viele im Landkreis Verden das SPD-Bildungsleitbild als Einladung verstehen und mit ihren örtlichen Schulpolitikerinnen und Schulpolitikern aus den Räten und aus dem Kreistag darüber ins Gespräch kommen!

(Veröffentlicht am 18.12.2014 in der Verdener Aller-Zeitung)